Text: Dario Fo | Regie: Matze Schmidt
Premiere: 19.09.2006, Waggonhalle Kulturzentrum

Dario Fo entlarvt in seiner aberwitzigen Komödie die dubiosen Methoden von Staat und Polizei, indem er den Fall von einem Verrückten neu aufrollen lässt, der die Ordnungshüter durch immer neue Verwandlungen zielsicher in den Wahnsinn treibt...
"Die Macht, und zwar jede Macht, fürchtet nichts mehr als das Lachen, das Lächeln und den Spott. Sie sind Anzeichen für kritischen Sinn, Phantasie, Intelligenz und das Gegenteil von Fanatismus."
(D. Fo anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Literatur 1997 in Stockholm)
Es geht um den dubiosen Fenstersturz des 1969 zu Tode gekommenen, anarchistischen Eisenbahners Guiseppe Pinelli, um die fragwürdigen Machenschaften von Polizei und Justiz, um Lügen und Intrigen. Schauplatz ist das Mailänder Polizeipräsidium. Dort rekonstruiert der Verrückte (Norbert Deeg) - mal als Untersuchungsrichter, mal als Hauptmann der Spurensicherung, mal als Bischof - zusammen mit den Kommissaren das Verhör des Anarchisten. Ohne es zu merken, verheddern sich die Beamten des Polizeibüros mehr und mehr in Widersprüche. Lügen und Intrigen Als dann auch noch die kokette Journalistin Maria Feletti (Inga Berlin) dazwischen funkt und Wachtmeister Pisani (Michael Klemm) die Cocktails an der Bar verwechselt, ist das Chaos perfekt. Die Darsteller überzeugten mit viel Witz. Insbesondere Norbert Deeg brilliert in wechselnden Rollen.
Amüsant war auch das infantile Mafiosi-Gehabe des Polizeipräsidenten Berlusconi (Nisse Kreysing) und seiner Kommissare Bertozzo und Calabresi (Uwe Lang und Uwe Fischbach), das immer wieder für Gelächter sorgte.
Eine gelungene Inszenierung in simpler und doch völlig ausreichender Kulisse: Schreibtisch, Telefon, Cocktailbar und Mantelständer. Das Publikum dankte es den Schauspielern und ihrem Regisseur mit lang anhaltendem Applaus."
(Marburger Neue Zeitung)
Er ist stets ein Verfechter von klassischen Werten und träumt im Augenblick immer noch von einer nationalen Regierung. Sein Studium absolvierte er in Oxford: Wirtschaftswissenschaft.
Dort kam er das erste Mal auch mit dem Polosport in Verbindung. Bei dieser neu entdeckten Leidenschaft lernte er auch seine Frau kennen: Contessa Donatella. Hohes Ansehen und Prestigedenken sind ihm generell wichtig. Berlusconis haben vier Kinder, die bereits aus dem Haus sind. Heute lebt Berlusconi mit seiner "Doughnut" in einer teuren Mailänder Stadtwohnung. Durch seine Impotenz läuft im Bett nicht mehr viel mit seiner Frau. Niemand außer ihr weiß davon... Beruflich ist er ein harter, aber gerechter Chef. Insgeheim denkt er über viele Untergebene, dass sie nur im Polizeidienst tätig sind, weil sie wie Cops in amerikanischen Spielfilmen sein möchten. Calabresi ist da für ihn eine Ausnahme...
So ist er schließlich als Polizist in Mailand gelandet. Er hat sich alles erkämpfen müssen, nichts ist ihm geschenkt worden. Seine zierliche, hübsche Frau Sofia stammt aus gutem Hause, das Paar ist äußerst stolz auf die beiden Töchter Elisa und Daniela. Bertozzo ist es ein wenig peinlich, wenn Sofia ihn schon mal in der Öffentlichkeit mit "Schnuckelhase" anspricht, besonders im Kreis seiner Kollegen, die ihn deswegen gerne foppen. Viele beneiden ihn wegen seiner tollen Frau.
So auch Calabresi,den er überhaupt nicht ausstehen kann, und auch sein Chef Berlusconi, den er jedoch vor allem wegen seiner Fairness schätzt. Bertozzo möchte gerne zeigen, was in ihm steckt. Sein beruflicher Ehrgeiz schreit nach mehr... Leider beauftragt man Bertozzo eher mit den kleineren Delikten, wie z. B. den Rinderdiebstahl letzte Woche. Privat ist Bertozzo ein Riesenfan von den Alpen. Mit seinen Freunden Sepp und Albano macht er regelmäßig Bergtouren, meistens ohne die Ehefrauen. Zur Zeit überlegt er ernsthaft, in eine Trachtentanzgruppe einzutreten. Bertozzo ist schon immer ein Spaßmacher gewesen...

Das neue Dienstauto braucht Calabresi für seine wilden Verfolgungsjagden. Leider kommen solche kniffligen Situationen eher selten vor. Stattdessen ist Calabresi mit seinem Stift bewaffnet, um den täglichen Bürokram zu bewältigen. Früher einmal wollte Calabresi selbst das Amt des Präsidenten anstreben.
Aufgrund seiner schlechten Akte wird ihm das in der Zukunft wohl nicht gelingen. Seine mangelnde Bereitschaft zur Kooperation sorgt oft für ein schlechtes Verhältnis zu seinen Kollegen. Generell mag er keine Anweisungen durch Vorgesetzte.
Außerhalb des Polizeipräsidiums wartet niemand auf Calabresi. Es gab zwar einige Frauen, aber nichts von Dauer. Er ist ziemlich frustriert... Vielleicht begleitet ihn bald mal wieder eine gut aussehende Frau in seine Stammpizzeria, damit er dort seine Nudeln nicht mehr alleine am kleinen Ecktisch aufessen muss.
Sie hat sich viel Zeit genommen, um sie mit schönen Dingen einzurichten. Sehnsuchtsvoll denkt sie oft an ihr Heimatdorf und das Meer, vor allem an den salzigen Geruch, der ihr beim Schwimmen immer in die Nase stieg. Ihre kleine Wohnung hält Maria peinlichst sauber. Ihr Putzfimmel ist schon zu einem regelrechten Kampf gegen Schmutz und Bakterien geworden. Die Wohnung bleibt allerdings ein Ort, wo Maria sich äußerst wohl fühlt. Im Gegensatz zu ihrem Arbeitsplatz, wo sie sich nur mit dem Chefredakteur Emilio gut versteht.
Obwohl sie sehr gute Arbeit bisher geleistet hat, leidet sie unter Minderwertigkeitsgefühlen.
"Ich fühl mich oft zu klein für diese Welt, deshalb bin ich froh, wenn jemand bei mir ist", so denkt sie oft. Maria Feletti möchte sich jedoch nicht unterkriegen lassen. Sie will mehr und dieser wichtige Auftrag, über die Anarchistengeschichte zu schreiben, bietet ihr eine gute Chance, um beruflich voranzukommen. Heute ist endlich der große Tag, wo Maria sich gegenüber allen beweisen kann...
Zurück im Heim schockte er seine Erzieher durch das Fälschen von Kücheneinkaufslisten. Die Freude für die Schüler war groß, als plötzlich 5000 Schokoriegel geliefert wurden. Nach weiterem Klinikaufenthalt - Diagnose Istriomanie - kehrte er nicht zur Schule zurück, sondern schlenderte durchs Land. Er gab an, älter zu sein, und konnte so Gelegenheitsjobs durchführen. Aber er wurde aufgegriffen und landete wieder in einer Anstalt, diesmal nur mit Erwachsenen. Von ihnen lernte er neue Rollen zum Imitieren: Chirurg, Psychologe, Schiffsbauingenieur, etc. Alles Fehlende erfuhr er durch Bücher oder Zeitschriften.
Auch was Frauen anbelangte, konnte er schon einschlägige Erfahrungen sammeln. Als Chirurg scharten sich eine Menge Krankenschwestern um ihn... Bereits oft ist er von der Polizei aufgegriffen worden, weil er sich für jemand anderes ausgegeben hat. Nie ist er bisher verurteilt worden...
Im Augenblick scheint er mit dem zufrieden zu sein, was er hat. Ein sicheres, geregeltes Einkommen, auch wenn es nicht so viel ist. In seiner Freizeit als Single gibt er viel Geld für Musik aus, gönnt sich gerne den einen oder anderen Drink, mit Vorliebe Cocktails... Nicht nur in seiner Freizeit! Dass er einmal pro Monat nach Rom in diverse SM- und Lederclubs fährt, verschweigt er den meisten Leuten. Nur die Polizeikollegen, die ihn mal dorthin mitgeschleift haben, wissen Bescheid.
In seinen Träumen hängt er immer noch an Angelina, seine erste große Liebe, die ihn von heute auf morgen verlassen hat, um in Florenz zu studieren. Sie waren leider nur für kurze Zeit glücklich. Noch immer würde er alles für sie tun. Oft denkt Pisani an den gemeinsam verbrachten Urlaub am ligurischen Meer zurück. "Ich atme Feuer, wenn ich an Dich denke...", so die traumhaft schöne Botschaft an Angelina, die in Florenz allerdings noch nicht angekommen zu sein scheint.
"Zufälliger Tod eines Anarchisten"
Die Waggonhallen Produktion #2:
Text: Dario Fo | Regie: Matze Schmidt
Premiere: 19.09.2006, Waggonhalle Kulturzentrum

Ein Anarchist...
...springt beim Verhör durch die Polizei aus dem Fenster des Präsidiums. War es Selbstmord, oder haben die Kommissare etwas nachgeholfen?Dario Fo entlarvt in seiner aberwitzigen Komödie die dubiosen Methoden von Staat und Polizei, indem er den Fall von einem Verrückten neu aufrollen lässt, der die Ordnungshüter durch immer neue Verwandlungen zielsicher in den Wahnsinn treibt...
"Die Macht, und zwar jede Macht, fürchtet nichts mehr als das Lachen, das Lächeln und den Spott. Sie sind Anzeichen für kritischen Sinn, Phantasie, Intelligenz und das Gegenteil von Fanatismus."
(D. Fo anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Literatur 1997 in Stockholm)
Pressestimmen:
"Das Marburger Waggonhallenprojekt No. 2 hat mit Dario Fos Theaterfarce "Zufälliger Tod eines Anarchisten" unter der Regie von Matze Schmidt Premiere gefeiert. Nach gründlicher Kontrolle durch Polizeiwachtmeister Luigi Pisani erwartete die Besucher ein satirischer und emotionsgeladener Abend.Es geht um den dubiosen Fenstersturz des 1969 zu Tode gekommenen, anarchistischen Eisenbahners Guiseppe Pinelli, um die fragwürdigen Machenschaften von Polizei und Justiz, um Lügen und Intrigen. Schauplatz ist das Mailänder Polizeipräsidium. Dort rekonstruiert der Verrückte (Norbert Deeg) - mal als Untersuchungsrichter, mal als Hauptmann der Spurensicherung, mal als Bischof - zusammen mit den Kommissaren das Verhör des Anarchisten. Ohne es zu merken, verheddern sich die Beamten des Polizeibüros mehr und mehr in Widersprüche. Lügen und Intrigen Als dann auch noch die kokette Journalistin Maria Feletti (Inga Berlin) dazwischen funkt und Wachtmeister Pisani (Michael Klemm) die Cocktails an der Bar verwechselt, ist das Chaos perfekt. Die Darsteller überzeugten mit viel Witz. Insbesondere Norbert Deeg brilliert in wechselnden Rollen.
Amüsant war auch das infantile Mafiosi-Gehabe des Polizeipräsidenten Berlusconi (Nisse Kreysing) und seiner Kommissare Bertozzo und Calabresi (Uwe Lang und Uwe Fischbach), das immer wieder für Gelächter sorgte.
Eine gelungene Inszenierung in simpler und doch völlig ausreichender Kulisse: Schreibtisch, Telefon, Cocktailbar und Mantelständer. Das Publikum dankte es den Schauspielern und ihrem Regisseur mit lang anhaltendem Applaus."
(Marburger Neue Zeitung)
Die Protagonisten:
Adolfo Berlusconi
Diplomatensohn, stammt aus Florenz. Während des Krieges war der junge Berlusconi KZ-Leiter. Nach dem Krieg wurde seine dunkle Vergangenheit geschickt kaschiert. Man muss nur die richtigen Freunde haben! Durch sie gelangte er in den Polizeidienst. Wenige Jahre später war er schon Präsident.Er ist stets ein Verfechter von klassischen Werten und träumt im Augenblick immer noch von einer nationalen Regierung. Sein Studium absolvierte er in Oxford: Wirtschaftswissenschaft.
Dort kam er das erste Mal auch mit dem Polosport in Verbindung. Bei dieser neu entdeckten Leidenschaft lernte er auch seine Frau kennen: Contessa Donatella. Hohes Ansehen und Prestigedenken sind ihm generell wichtig. Berlusconis haben vier Kinder, die bereits aus dem Haus sind. Heute lebt Berlusconi mit seiner "Doughnut" in einer teuren Mailänder Stadtwohnung. Durch seine Impotenz läuft im Bett nicht mehr viel mit seiner Frau. Niemand außer ihr weiß davon... Beruflich ist er ein harter, aber gerechter Chef. Insgeheim denkt er über viele Untergebene, dass sie nur im Polizeidienst tätig sind, weil sie wie Cops in amerikanischen Spielfilmen sein möchten. Calabresi ist da für ihn eine Ausnahme...
Guiseppe Bertozzo
In ärmlichen Verhältnissen mit neun Geschwistern in Neapel aufgewachsen wusste Guiseppe Bertozzo eines sehr schnell: "Ich will weg!"So ist er schließlich als Polizist in Mailand gelandet. Er hat sich alles erkämpfen müssen, nichts ist ihm geschenkt worden. Seine zierliche, hübsche Frau Sofia stammt aus gutem Hause, das Paar ist äußerst stolz auf die beiden Töchter Elisa und Daniela. Bertozzo ist es ein wenig peinlich, wenn Sofia ihn schon mal in der Öffentlichkeit mit "Schnuckelhase" anspricht, besonders im Kreis seiner Kollegen, die ihn deswegen gerne foppen. Viele beneiden ihn wegen seiner tollen Frau.
So auch Calabresi,den er überhaupt nicht ausstehen kann, und auch sein Chef Berlusconi, den er jedoch vor allem wegen seiner Fairness schätzt. Bertozzo möchte gerne zeigen, was in ihm steckt. Sein beruflicher Ehrgeiz schreit nach mehr... Leider beauftragt man Bertozzo eher mit den kleineren Delikten, wie z. B. den Rinderdiebstahl letzte Woche. Privat ist Bertozzo ein Riesenfan von den Alpen. Mit seinen Freunden Sepp und Albano macht er regelmäßig Bergtouren, meistens ohne die Ehefrauen. Zur Zeit überlegt er ernsthaft, in eine Trachtentanzgruppe einzutreten. Bertozzo ist schon immer ein Spaßmacher gewesen...

Adriano Calabresi
Überhaupt nicht schlicht ist das Dienstauto von Adriano Calabresi: ein Alfa Romeo. Nach einem halben Jahr bangen Wartens steht der neue Wagen endlich vorm Präsidium. Calabresi ist froh, den klapprigen Fiat nicht mehr fahren zu müssen. Heimlich hat er sogar Zuckerwasser in den Tank geschüttet.Das neue Dienstauto braucht Calabresi für seine wilden Verfolgungsjagden. Leider kommen solche kniffligen Situationen eher selten vor. Stattdessen ist Calabresi mit seinem Stift bewaffnet, um den täglichen Bürokram zu bewältigen. Früher einmal wollte Calabresi selbst das Amt des Präsidenten anstreben.
Aufgrund seiner schlechten Akte wird ihm das in der Zukunft wohl nicht gelingen. Seine mangelnde Bereitschaft zur Kooperation sorgt oft für ein schlechtes Verhältnis zu seinen Kollegen. Generell mag er keine Anweisungen durch Vorgesetzte.
Außerhalb des Polizeipräsidiums wartet niemand auf Calabresi. Es gab zwar einige Frauen, aber nichts von Dauer. Er ist ziemlich frustriert... Vielleicht begleitet ihn bald mal wieder eine gut aussehende Frau in seine Stammpizzeria, damit er dort seine Nudeln nicht mehr alleine am kleinen Ecktisch aufessen muss.
Maria Feletti
ist erst vor wenigen Wochen von Paolo, ihrer großen Liebe, aus der gemeinsamen Unterkunft rausgeworfen worden. Er hat es nicht verkraftet, dass sie einfach die besseren Zeitungsartikel verfassen kann. Dabei hat er sie doch zum Espresso gebracht. Wo er gerade gefeuert worden ist... Mittlerweile wohnt Maria Feletti in ihrer eigenen Wohnung. Allein.Sie hat sich viel Zeit genommen, um sie mit schönen Dingen einzurichten. Sehnsuchtsvoll denkt sie oft an ihr Heimatdorf und das Meer, vor allem an den salzigen Geruch, der ihr beim Schwimmen immer in die Nase stieg. Ihre kleine Wohnung hält Maria peinlichst sauber. Ihr Putzfimmel ist schon zu einem regelrechten Kampf gegen Schmutz und Bakterien geworden. Die Wohnung bleibt allerdings ein Ort, wo Maria sich äußerst wohl fühlt. Im Gegensatz zu ihrem Arbeitsplatz, wo sie sich nur mit dem Chefredakteur Emilio gut versteht.
Obwohl sie sehr gute Arbeit bisher geleistet hat, leidet sie unter Minderwertigkeitsgefühlen.
"Ich fühl mich oft zu klein für diese Welt, deshalb bin ich froh, wenn jemand bei mir ist", so denkt sie oft. Maria Feletti möchte sich jedoch nicht unterkriegen lassen. Sie will mehr und dieser wichtige Auftrag, über die Anarchistengeschichte zu schreiben, bietet ihr eine gute Chance, um beruflich voranzukommen. Heute ist endlich der große Tag, wo Maria sich gegenüber allen beweisen kann...
Santo Maria Fenocchio
hat früh seine Eltern durch einen Autounfall verloren. Im Waisenhaus fiel er durch sein auffälliges Verhalten auf: er imitierte Lehrer und Schüler. Die erfundenen Geschichten fanden seine Lehrer nicht allzu komisch, so dass er als 10jähriger zum 1. Mal in einer psychiatrischen Klinik landete. Er galt als schwer erziehbar.Zurück im Heim schockte er seine Erzieher durch das Fälschen von Kücheneinkaufslisten. Die Freude für die Schüler war groß, als plötzlich 5000 Schokoriegel geliefert wurden. Nach weiterem Klinikaufenthalt - Diagnose Istriomanie - kehrte er nicht zur Schule zurück, sondern schlenderte durchs Land. Er gab an, älter zu sein, und konnte so Gelegenheitsjobs durchführen. Aber er wurde aufgegriffen und landete wieder in einer Anstalt, diesmal nur mit Erwachsenen. Von ihnen lernte er neue Rollen zum Imitieren: Chirurg, Psychologe, Schiffsbauingenieur, etc. Alles Fehlende erfuhr er durch Bücher oder Zeitschriften.
Auch was Frauen anbelangte, konnte er schon einschlägige Erfahrungen sammeln. Als Chirurg scharten sich eine Menge Krankenschwestern um ihn... Bereits oft ist er von der Polizei aufgegriffen worden, weil er sich für jemand anderes ausgegeben hat. Nie ist er bisher verurteilt worden...
Luigi Pisani
In Mailand ist Luigi Pisani nach seiner Ausbildung beim Militär irgendwie hängen geblieben. Als Wachtmeister hat er seine Begeisterung für Waffen beibehalten. Bei Pistolen und Maschinengewehren weiten sich seine Augen.Im Augenblick scheint er mit dem zufrieden zu sein, was er hat. Ein sicheres, geregeltes Einkommen, auch wenn es nicht so viel ist. In seiner Freizeit als Single gibt er viel Geld für Musik aus, gönnt sich gerne den einen oder anderen Drink, mit Vorliebe Cocktails... Nicht nur in seiner Freizeit! Dass er einmal pro Monat nach Rom in diverse SM- und Lederclubs fährt, verschweigt er den meisten Leuten. Nur die Polizeikollegen, die ihn mal dorthin mitgeschleift haben, wissen Bescheid.
In seinen Träumen hängt er immer noch an Angelina, seine erste große Liebe, die ihn von heute auf morgen verlassen hat, um in Florenz zu studieren. Sie waren leider nur für kurze Zeit glücklich. Noch immer würde er alles für sie tun. Oft denkt Pisani an den gemeinsam verbrachten Urlaub am ligurischen Meer zurück. "Ich atme Feuer, wenn ich an Dich denke...", so die traumhaft schöne Botschaft an Angelina, die in Florenz allerdings noch nicht angekommen zu sein scheint.
Die Mitwirkenden
| Der Verrückte | Norbert Deeg |
| Adolfo Berlusconi, Polizeipräsident | Nisse Kreysing |
| Guiseppe Bertozzo, Kommissar | Uwe Lange |
| Adriano Calabresi, Kommissar | Uwe Fischbach |
| Maria Feletti, Journalistin | Inga Berlin |
| Luigi Pisani, Wachtmeister | Michael Klemm |
| Regie/ Ausstattung | Matze Schmidt |
| Regieassistenz | Michaela Heuser, Markus Haßler |
| Dramaturgie | N. Kreysing, M. Schmidt, M. Haßler |
| Produktion | Waggonhalle Kulturzentrum |
| Technik | Willi Schmidt, Eric Hines |
| Plakat / Flyer | Jens Kaufmann |
